all2gethernow – Rückblick
5. Oktober 2010 by the gap betweenErstmals fand in diesem Jahr die “Berlin Music Week” statt. Am 6. und 7.September traf sich die Musikbranche zum Auftakt des all2gethernow-Camps in der Kulturbrauerei, um in Panels und Sessions über aktuelle Entwicklungen und Probleme zu diskutieren.
Wie bereits berichtet waren wir einer der handverlesenen Exklusiv-Partner der all2gethernow. In diesem Zusammenhang haben wir zwei Expertenpanels zu den Themen “Wirkung von Musik in der Werbung” und “Musik als Erfolgsfaktor für Marken” organisiert.
“Wirkung von Musik in der Werbung”
Mit John Groves und Christian Wilckens auf dem Podium machte sich schnell das Gefühl breit, dass zumindest einer der beiden, bei beinahe jedem TV-Werbespot im deutschen Fernsehen seine Finger mit im Spiel hat.
Speziell die TV-Werbung als Format bringe ihre Besonderheiten mit sich und erfordert ein bestimmtes musikalisch zugeschnittenes Design.„Die Musik im TV-Spot ist ein Destillat“, so Wilckens. „Sie muss das Gefühl erzeugen können wofür im Kino, in der Disco oder zu Hause auf Platte kein streng vorgegebenes Zeitfenster gesetzt ist.
Gemeinsam erläuterten sie die Rolle sowie die Fähigkeiten von Musik und wie diese in der Werbeindustrie eingesetzt werden um die richtigen Gefühle und Bilder beim Konsumenten zu erzeugen. “Ziel für ein Unternehmen sollte es sein, eine unverwechselbare Soundidentität zu kreieren um Assoziationen aufzubauen. Nicht nur einen singulären Sound für eine Kampagne“ erläuterte John Groves. Der Einsatzbereich von Musik und Sound geht weit über den TV-Spot hinaus. Groves gab Einblicke in seine Arbeitsweise, so z.B. wie man Ziele definiert, Anwendungsanalysen durchführt und Designkriterien festlegt.„Man kann viel mehr machen als nur ein Soundlogo und selbst ein gutes Soundlogo ist nicht für jeden Touch-Point geeignet und hat hier stets positive Wirkung“.
Die Runde wurde komplettiert von Michael Adenauer, der als ausgewiesener Experte für Sounddesign und Klangqualität darüber sprach, welchen besonderen Platz die tontechnische und musikalische Gestaltung im Bereich “Automobil“ einnimmt , über veränderten Vorstellungen der Konsumenten “Wie etwas klingen soll“, wie unser Hörverhalten von Youtube & Co. beeinflusst wird und welche Zielkonflikte sich dadurch ergeben. Michael Adenauer ist renommierter Soundentwickler bei Opel und hatte zuvor u.a. das Interior-Sounddesign der 200-Millionen-Euro-Luxusyacht „A“ von Philip Starck verantwortet.
“Musik als Erfolgsfaktor für Marken”
Auch das zweite Panel war hochkarätig mit Vertretern der Musik- und Markenindustrie besetzt. Ralf Lülsdorf, verantwortlich bei der Deutschen Telekom für internationale Musik-Sponsorships und Musik als Kommunikationsmittel, verdeutlichte anschaulich, welche Bedeutung Musik für die Zielgruppenansprache und Positionierung eines Großkonzerns besitzt und wie konkrete Umsetzungen von Sponsorships, Kampagnen und Kooperationen mit internationalen Künstlern wie Robbie Williams, Katy Perry oder Pink aussehen.
Ebenfalls auf dem Podium: Joel Berger, Chef von MySpace Deutschland, dessen Unternehmen sich als Entertainmentplattform und Schnittstelle zwischen Musikfans und Unternehmen sieht. „Wir nutzen die emotionale Kraft, die Musik oder ein Künstler besitzt um positive Gefühle gegenüber der Marke zu erzeugen“, so Berger. MySpace bietet eine 360° Strategie. Der Nutzer wird stets mit einbezogen. Musikbasierte Inhalte, Events, Wettbewerbe.
“Es geht aber nicht ausschließlich darum was Musik für Marken tun könne, sondern auch umgekehrt stoßen von Markenartiklern veranstaltete Bandcontest wie Coca Cola Soundwave oder Jägermeister Rockliga auf hohe Resonanz bei Bands und Publikum.“
Die Musik selbst ist nicht isoliert zu betrachten. Assoziationen mit einer Marke sollen auch im Zusammenspiel von Musik und Erlebnissen oder Bildern geschaffen werden. Auch gewisse Branchen weisen ihre Eigenheiten auf. So sei es die besondere Herausforderung für die Deutsche Telekom. Schließlich bietet man Dienstleistungen und kein „anfassbares Produkt“. Dies zu emotionalisieren ist schwierig. „Product Placement scheidet komplett aus. Wir bei der Deutsche Telekom müssen Services projizieren können. Wenn die Leute also nach z.B. einer Veranstaltung wie Electronic Beats nach Hause gehen, ein positives Gefühl mitnehmen, wir noch eine gewisse Message vermitteln können und das alles dann mit der Deutschen Telekom in Verbindung gesetzt wird, dann haben wir unser Ziel erreicht.“, erklärt Lülsdorf.
Die Bedeutung von Musik als Lifestyle-Medium und dessen Effekt in Social Media spielt für MySpace ebenfalls eine große Rolle und habe immensen Einfluss auf unsere Kaufentscheidung. „Konsumenten suchen Orientierung und wollen genau wissen welche Produkte oder Dienstleistungen ihre Freunde und Bekannten gut finden“, so Berger.
Eine wichtige Frage stellte sich nach den Auswahlkriterien auf dessen Grundlage die Künstlerauswahl geschieht. „Es ist möglich mit Musik beinahe jede Alters- und Zielgruppe anzusprechen“ erklärt Lülsdorf.„Natürlich müsse man sich jedoch bewusst sein welche Altersgruppe für Umsatz bei Kommunikationsprodukten sorgt, wer potentiell von der Konkurrenz angezogen wird und wo diese Gruppe sich ihre Informationen beschafft.“
Wir danken allen Beteiligten für diese beiden großartigen Panels und freuen uns auf eine eventuelle Fortsetzung im kommenden Jahr.







